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Casa Ria - Solarmodule - eigener Strom - E-Auto laden

Casa Ria - voll unter Strom

Lange bevor die ersten Gäste die Casa Ria besuchten, surrten bereits 22 Module mit insgesamt 5.050 Wp (Watt Peak) vor sich hin. Seinerzeit gab es nur die Möglichkeit, den Strom zu verkaufen. Da dieser Vertrag nun auslief, sahen wir die Gelegenheit, uns energetisch neu aufzustellen. 

Seit dem 14. Januar 2026 ist die Casa Ria „voll am Netz“. Wir haben die Zeit genutzt, um das Haus fit für die Zukunft zu machen. Nun arbeiten 20 Module mit 9.000 Wp, ein neuer Inverter, eine Batterie mit 10,2 kWh sowie eine 11-kW-Ladestation für E-Autos für uns und unsere Gäste. 

In der Casa Ria schätzen unsere Gäste vor allem die ungestörte Ruhe und den Blick in die Natur. Genau deshalb haben wir unser neues Energiekonzept so umgesetzt, dass es leistungsstark ist – und dennoch dezent im Hintergrund bleibt. 

Eines hat sich jedoch nicht geändert: Die Casa Ria setzt genau NULL fossile Energieträger ein. Wir sind überzeugt, dass Komfort, Unabhängigkeit, Preisstabilität und ökologische Verantwortung eine Einheit bilden.

Technik, die man nicht sieht 

Statt sichtbarer Technik haben wir uns für eine diskrete Lösung entschieden. Hinter einem Gartenwall – von Haus und Terrassen aus nahezu unsichtbar – arbeiten heute 20 bifaziale Hochleistungsmodule, die sich unauffällig in die Umgebung einfügen. 

Seit der Inbetriebnahme im Januar war es oft bewölkt und regnerisch. Wir sind mit der „Schwachlicht-Ausbeute“ der Anlage sehr zufrieden. Selbst am dunkelsten Tag mit Dauerregen und starkem Wind produzierte die Anlage noch 6 kWh. Zwar reichte das nicht aus, um die Batterie über 13 % zu laden, aber es zeigt das Potenzial. Ohne fossile Brennstoffe heizen wir mit einer Wärmepumpe. Wenn die Sonne mal nicht reicht, erhitzen wir das Wasser elektrisch auf über 60 °C, um Legionellen keine Chance zu geben. An heiteren Tagen produzieren wir hingegen so viel Überschuss, dass für alles mehr als genug da ist (siehe Bild). 

Nachhaltigkeit mit Alltagstauglichkeit 🔋 

Gesteuert wird das System über einen Fronius-Inverter. Der Strom fließt prioritär direkt ins Haus, in unseren BYD-Batteriespeicher oder in den Fronius Wattpilot (11 kW) für Elektrofahrzeuge. Reicht die Eigenerzeugung nicht aus, ergänzt zertifizierter Ökostrom aus dem Netz die Versorgung automatisch. 

Komfort für Gäste mit E-Auto 🚗 Im Urlaub E-Auto laden und ruhig schlafen.

Laden direkt am Haus bedeutet: keine Umwege, keine Unsicherheit. Die Abrechnung erfolgt transparent über einen persönlichen RFID-Chip. Gemeinsam setzen wir den Zählerstand bei Anreise auf Null. Den Strom geben wir zum Selbstkostenpreis mit einem kleinen Aufschlag ab. Laden in der Casa Ria wird damit wohl immer günstiger sein als öffentliche Tarife (z. B. Ionity Power, Stand Feb. 2026: 0,39 €/kWh). Bitte erfragen Sie den aktuellen Preis direkt bei der Buchung. 

Eine kleine Einordnung  

Bei einem Preis von 0,30 €/kWh und einem Verbrauch von 18 kWh/100 km liegen die Fahrtkosten bei etwa 5,40 €. Ein vergleichbarer Benziner (6 l/100 km bei 1,90 €/l / Stand: 10. Jun. 2026) verursacht Kosten von rund 11,40 €. Wartungskosten für Öl und Bremsen gar nicht erst eingerechnet. Unser eigenes Auto verbraucht hier übrigens ca. 14 kWh/100 km (Schnitt: 16,2 kWh) – ich fahre aber auch sehr entspannt. Nach 100.000 km und fünf Touren nach Norddeutschland läuft er immer noch wie am ersten Tag, ohne spürbaren Kapazitätsverlust der Batterie. 

Fazit

Unser Ziel war kein technisches Statement, sondern ein stiller Mehrwert. Die Casa Ria produziert ihre Energie heute großteils selbst – leise, effizient und nahezu unsichtbar. Für unsere Gäste heißt das: nachhaltiger Urlaub ohne Kompromisse bei Komfort und Ästhetik. 


Für Technik-Nerds (Management Summary) 

Die Kombination aus Modulen, Inverter, Smart Meter und Wattpilot bildet einen perfekten Kreislauf: 

  1. Module: Liefern hocheffizient Strom. 
  2. GEN24 Inverter: Wandelt Energie um und versorgt das Haus. 
  3. Smart Meter: Prüft den Energiefluss und erkennt Überschüsse. 
  4. Wattpilot: Schiebt den Rest in die Batterie oder das Auto, statt ihn ungenutzt ins Netz einzuspeisen. 

Die Komponenten im Detail 

  • Module (Axitec, Germany): Full-Black-Glas/Glas-Module, 450 Wp, bifazial (bis zu 30 % Mehrertrag), N-Type TOPCon für exzellentes Schwachlichtverhalten. Wirkungsgrad ca. 22,5 %. 
  • Fronius Symo GEN24 8.0 Plus: Das Herzstück mit Multi Flow Technology. Ermöglicht parallele Stromflüsse (Batterie, Haus, Netz) mit über 98 % Wirkungsgrad. 
  • Fronius Smart Meter: Die „Augen“ des Systems. Es steuert die Batterie-Ladung/Entladung und ermöglicht intelligentes Lastmanagement sowie eine Full-Backup-Notstromfunktion. 
  • Fronius Wattpilot: Intelligente 11-kW-Ladestation. Der Clou: Er nutzt bevorzugt den PV-Überschuss. Automatische Phasenumschaltung inklusive. Viel entspannter als jede Tankstelle! 
  • BYD Batterie (HVS Premium): 10,2 kWh brutto (ca. 9,5 kWh netto). Langlebige Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) – ohne Kobalt und Nickel. Sicher (kein thermisches Durchgehen) und mit ca. 6.000 Ladezyklen extrem robust.

Diese bifazialen Solar Paneele liefern unseren Strom - Jedenfalls einen sehr sehr große Anteil


So mögen wir das, fette Solar-Ernte im März mit ein wenig Wolken.

So mögen wir das! Fette Strom Ernte aus PV-Solar und das im März mit etwas Wolken.

 

 


Netzdienliche Nutzung von Photovoltaik, Batteriespeicher und Elektroauto 

Wir haben unsere Photovoltaikanlage bewusst so konfiguriert, dass sie nicht nur unseren Eigenverbrauch optimiert, sondern auch einen kleinen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes leistet. Das Prinzip ist einfach: Wir vermeiden es, die Batterie bereits am frühen Vormormittag zu laden, und verschieben die Speicherladung gezielt in die Mittagsstunden. Gleiches gilt für das Laden des Elektroautos sowie – soweit im Alltag möglich – für größere Verbraucher. 

Der Hintergrund: In den Mittagsstunden steht heute häufig mehr Solarstrom zur Verfügung, als lokal benötigt wird. Viele Batteriespeicher werden jedoch so betrieben, dass sie bereits am frühen Morgen jede verfügbare Kilowattstunde aufnehmen. Wir haben uns bewusst für einen anderen Ansatz entschieden. Die Batterie bleibt zunächst im Entladebetrieb und wird erst später geladen. Dadurch wird die verfügbare Solarenergie stärker an den tatsächlichen Bedarf im Tagesverlauf angepasst. 

🔋 Der technische Aufwand ist gering. Im Wechselrichter wird lediglich ein Zeitfenster für die Batterieladung definiert, beim Elektroauto ein entsprechender Ladezeitraum eingestellt. Für viele weitere Verbraucher lassen sich Timer oder Automatisierungen nutzen. Nicht alles kann oder muss verschoben werden – der Alltag bleibt wichtiger als die Optimierung der letzten Kilowattstunde. Dennoch zeigen unsere Erfahrungen, dass bereits wenige Einstellungen einen messbaren Effekt haben.

📈 Die dargestellte Tageskurve verdeutlicht diesen Ansatz. Der Batteriespeicher wird in den Morgenstunden zunächst weiter genutzt und nicht sofort nach Sonnenaufgang nachgeladen. Erst um die Mittagszeit beginnt die gezielte Speicherladung. Gleichzeitig werden größere Verbraucher bevorzugt in diesem Zeitraum betrieben. Nachdem der Speicher weitgehend gefüllt ist, wird überschüssiger Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist. 

Aus Sicht eines einzelnen Haushalts ist der Effekt überschaubar. Betrachtet man jedoch Tausende oder Millionen von PV-Anlagen, wird deutlich, welches Potenzial in einer intelligenten Steuerung liegt. Wenn Batteriespeicher und flexible Verbraucher bevorzugt dann arbeiten, wenn besonders viel erneuerbare Energie verfügbar ist, lassen sich Lastspitzen reduzieren, lokale Netzengpässe entschärfen und erneuerbare Energien effizienter nutzen. 

🌍 Netzdienliches Verhalten erfordert dabei weder komplexe Technik noch Komfortverzicht. Oft genügen wenige Einstellungen im Wechselrichter, im Elektroauto oder in der Hausautomation. Der Nutzen für das Gesamtsystem mag pro Haushalt klein erscheinen – in der Summe vieler Anlagen kann er jedoch einen relevanten Beitrag zu einem stabilen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Energiesystem leisten. 

Unser Fazit: Wer über einen Batteriespeicher, ein Elektroauto oder zeitlich flexible Verbraucher verfügt, kann mit minimalem Aufwand dazu beitragen, Solarstrom besser zu nutzen. Nicht jede Waschmaschine und nicht jede Fahrzeugladung lässt sich perfekt planen. Aber schon kleine Anpassungen können helfen, Eigenverbrauch, Wirtschaftlichkeit und Netzdienlichkeit besser miteinander in Einklang zu bringen. 


Anmerkung: Drohnenaufnahme von Juri Peffer solarpower.pt

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